Mi 27.05.2026
19:00
Arnoldova vila
Pavel Molek
Zwischenlandung
Regie: Michal Moravec
Auf dem Weg von Kalkutta nach Rom hat ein Flug der Scandinavian Airlines einen planmäßigen Zwischenstopp in Tel Aviv. Unter den Passagieren befindet sich diesmal auch der ehemalige Präsident der Reichsbank, Hjalmar Schacht – ein Mann, der einst „Hitlers Bankier“ genannt wurde. Es ist das Jahr 1951. Und Schacht wäre lieber überall sonst auf der Welt – nur nicht in Israel. Das einstündige Warten in einem Flughafen-Café verwandelt sich in ein spannungsgeladenes Drama um Schachts Leben. Er wird nämlich nicht nur von dem Kellner David erkannt, der als Jude Jahre in Konzentrationslagern verbracht hat, sondern auch von Friederike Brecher, einer Jüdin aus Proßnitz/Prostějov – und beide wollen Schacht den israelischen Behörden übergeben. Schacht verteidigt sich damit, er habe versucht, Hitlers Politik zu mäßigen – und seit 1939 kein Amt mehr ausgeübt.
Zwischenlandung ist ein fesselndes Stück über Schuld, Vergebung, Gerechtigkeit, aber auch darüber, wie wir unseren eigenen Traumata begegnen. Jedes Wort kann darüber entscheiden, ob Friederike und David Schacht abreisen lassen oder ihn in eine Zelle in Tel Aviv schicken. Wie werden sie sich entscheiden?
Pavel Molek – vor allem als Autor von Hörspielen bekannt – hat sich in den letzten Jahren auch als Dramatiker deutlich etabliert. Die Inszenierung seines Stücks Monument pro Hradiště, angesiedelt nach dem Abschluss des Münchner Abkommens, wurde für den Mark Ravenhill Award nominiert. Pavel Molek ist ein geschätzter Dozent an der Juristischen Fakultät der Masaryk-Universität und Autor zahlreicher anerkannter Fachpublikationen.
In Zusammenarbeit mit dem Museum der Stadt Brünn und der Arnold-Villa.
Der Vorverkauf wird in Kürze gestartet.
