So 24.05.2026
16:30
Brněnské výstaviště, pavilon P
In dieser Diskussion begegnen wir Menschen, deren Leben sich buchstäblich durch eine einzige Tat verändert hat: die Rettungszüge von Nicholas Winton. Und wir fragen, was sein Vermächtnis heute bedeutet – in einer Zeit, in der wir schnell zu Etiketten, einfachen Urteilen und der Aufteilung der Welt in „wir“ und „sie“ zurückkehren.
Nick Winton bringt die Geschichte seines Vaters und dessen Entscheidung, nicht abseits zu stehen, nach Brünn. Neben ihm werden zwei der sogenannten „Winton-Kinder“ sitzen, Eva Paddock und Milena Grenfell-Baines – Frauen, die als Kinder Prag in Richtung Sicherheit verließen und ihr Leben lang die Erfahrung eines verlorenen Zuhauses, einer getrennten Familie und einer Chance tragen, die im letzten Moment kam. Ihr Zeugnis ist mehr als eine Erinnerung. Es ist eine lebendige Mahnung daran, wie schmal die Grenze zwischen Rettung und Katastrophe sein kann – und wie viel davon abhängt, ob sich jemand zum Handeln entschließt.
Und weil dieses Programm in einem Raum stattfindet, in dem unterschiedliche Familiengeschichten aufeinandertreffen, widmen wir uns auch einer zweiten, schwierigeren Ebene: wie Versöhnung gelingen kann, wenn die Vergangenheit über Generationen hinweg zu einem Erbe von „Schuld“ und „Unrecht“ geworden ist. Wir sprechen darüber, warum Geschichte selten schwarz-weiß ist – und warum es nicht hilft, individuelle Verantwortung durch kollektive Zuschreibungen zu ersetzen, selbst wenn sie „der anderen Seite“ gelten. Versöhnung beginnt nicht mit dem Vergessen, sondern damit, den Menschen zu sehen – auch dort, wo wir gelernt haben, nur den Feind zu sehen.
Das Programm findet im Rahmen des Treffens der Sudetendeutschen Landsmannschaft statt.
Die Veranstaltung entsteht in Zusammenarbeit mit der Ackermann-Gemeinde und mit Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.
Für das Programm ist eine Reservierung erforderlich. Die Reservierung garantiert keinen Sitzplatz, sondern den Zugang zum Messegelände.
