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Debatten des Instituts für das Gedächtnis der Nation Brünn: Versöhnungsmarsch

Gestreamte Debatte mit Projektionen, unter Teilnahme der Öffentlichkeit

Die Debattenreihe des Instituts für das Gedächtnis der Nation läutet die Entstehung einer neuen Kultur- und Bildungseinrichtung in Brünn ein. Im Komplex der Renaissance-Gebäude des Alten Rathauses soll allmählich eine multimediale Ausstellung zur Geschichte des 20. Jahrhunderts entstehen, die aus Erinnerungen besteht, die von den Dokumentarist ⃰ innen des Gedächtnisses der Nation aufgezeichnet wurden. Das Thema der dritten Debatte ist der sog. Brünner Todesmarsch, d.h. die Zwangsumsiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung Brünns, und die Aktion Versöhnungsmarsch, die an dieses tragische Nachkriegsereignis erinnert. In diesem Jahr findet der Versöhnungsmarsch am Samstag, dem 31. Juli, zum fünfzehnten Mal statt. Helena Mezlová, eine direkte Teilnehmerin der wilden Vertreibung aus Brünn, nahm die Einladung zur Teilnahme an der Debatte an. Weitere Gäste sind Jaroslav Ostrčilík, Gründer des Versöhnungsmarsches, und Blanka Návratová, Dramaturgin des Festivals Meeting Brno, in dessen Rahmen der Versöhnungsmarsch stattfindet. Die Debatte wird von Jan Hanák moderiert.

Im Rahmen der Debatte werden zum ersten Mal zwei kurze Dokumentarfilme aus der Reihe Geschichten vom Versöhnungsmarsch öffentlich gezeigt. Sie sind das Ergebnis der letztjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Festival Meeting Brno, dem Gedächtnis der Nation Südmähren und dem österreichischen Institut für die Geschichte des ländlichen Raumes, mit Unterstützung des Programms Interreg. Der Zyklus unter der Regie von Roman Zmrzlý dokumentiert fünf Schicksale und erzählt vom Leben der deutschsprachigen Bewohner ⃰ innen in Südmähren − ihr Zusammenleben vor dem Zweiten Weltkrieg und ihre erzwungene Ausreise am Kriegsende. Einige von ihnen kehrten zurück, andere sahen ihre Heimat nie wieder.

Helena Mezlová
Im Alter von sechs Jahren nahm sie mit ihrer Mutter, Schwester und zwei Brüdern am Brünner Todesmarsch nach Pohrlitz teil. Danach gelang es ihnen, nach Wien zu kommen und später heimlich nach Brünn zurückzukehren. Sie ahnten jedoch nicht, dass ihre Familie nicht nur durch den Eisernen Vorhang geteilt bleiben würde, sondern auch vom kommunistischen Regime wegen ihrer deutschen Herkunft verfolgt werden würde.

Gertrude Schreckeneder
Sie wurde 1938 geboren, ihre Familie bewohnte eine Villa in der Kaunitz-Straße, wo sie auch einen Taxidienst betrieben, Autotransporte anboten und Garagen vermieteten. Ihr Vater wurde in den Krieg eingezogen und nach dem Krieg mussten sie Brünn verlassen und alles aufgeben. Sie landeten im Lager in Poysdorf. Als Deutsche wurden Sie aus der Tschechoslowakei vertrieben und als Tschechen waren sie in Österreich nicht willkommen. Mutter gab Gertrude einen wertvollen Rat – vergeben und vergessen. Jetzt lebt Gertrude in der Nähe von Wien und führt ein glückliches Leben mit ihrem wunderbaren Ehemann und ihrer Familie.

Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Gedächtnis der Nation Südmähren veranstaltet. 

Die Veranstaltung findet in tschechischer Sprache statt.
Eintritt frei. Beschränkte Kapazität. Wir empfehlen unten auf dieser Seite zu buchen.

Datum

27.07.21
Expired!

Uhrzeit

18:00

Ort

Institut für das Gedächtnis der Nation
Radnická 10