13. 9. 2020

13:00 / 20:00

Gartenfest zu Ehren von Marie von Ebner-Eschenbach

Anlässlich des 190. Geburtstages von Marie von Ebner-Eschenbach laden wir Sie zu einem Fest in der beeindruckenden Kulisse des Schlossparks in Zdislavice ein. 

Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), eine in Zdislavice bei Kroměříž geborene, in Tschechien fast unbekannte mährisch-österreichische Schriftstellerin, gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen AutorInnen des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1900 wurde sie als erste Frau von der Universität Wien mit dem Ehrendoktortitel gewürdigt, und 1910 und 1911 für den Nobelpreis für Literatur nominiert.

Genau am Tag des Geburtstages der Schriftstellerin treffen sich in ihrem Heimatort zwei zeitgenössische Autorinnen, Pavla Horáková aus der Tschechischen Republik und Ursula Wiegele aus Österreich, zu einem Gespräch und einer Lesung. Das Treffen wird von Mojmír Jeřábek, dem Direktor des Tschechischen Zentrums Wien, moderiert.

Die Persönlichkeit von Marie von Ebner-Eschenbach wird von der Germanistin und führenden Expertin für ihre Arbeit, Dr. Eleonora Jeřábková, Ph.D. vorgestellt.
Der jetzige Besitzer Josef Gschwandtner (AT) wird über die Geschichte des Schlosses und die Pläne für dessen Wiederaufbau sprechen.

Pavla Horáková (*1974) ist Schriftstellerin, Literaturübersetzerin, Publizistin und Radio-Redakteurin. Seit ihren Studienjahren übersetzt sie Belletristik aus dem Englischen und Serbischen, mehrere Jahre lang arbeitete sie in der Auslandsredaktion des Tschechischen Rundfunks. Sie debütierte mit einer Detektivtrilogie für Kinder Hrobaříci. Mit Jiří Kamen stellte sie zwei Buchkompositionen zusammen, die tschechischen Teilnehmern des Ersten Weltkriegs gewidmet sind: Přišel befel od císaře pána (2015) und Zum Befehl, pane lajtnant (2018), die aus der Radioserie Polní pošta hervorgingen. 2018 veröffentlichte sie ihren ersten Roman für Erwachsene, Teorie podivnosti, für den sie 2019 den Preis Magnesia Litera gewann. Anfang 2020 verbrachte sie dank einem Kreativstipendium des österreichischen Außenministeriums in Wien. Hier arbeitete sie an einem Roman, der von den Erinnerungen ihrer Urgroßmutter inspiriert war, in deren Fußspuren die Autorin trat, als sie nach lang verschollenen Orten und Geschichten aus Urgroßmutters Wiener Jahren suchte.

Ursula Wiegele (*1963) wurde im Rahmen des Festivals Meeting Brno zu einem Schreibaufenthalt nach Brünn eingeladen, um hier an ihrem nächsten Buch weiterzuarbeiten. Der Roman führt in die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück und wird – wie auch schon frühere Werke der österreichischen Autorin – einen Osteuropa-Bezug haben. Ursula Wiegele ist in Klagenfurt geboren und lebt seit 1993 in Graz. Nach dem Philosophiestudium in Österreich und Italien arbeitete sie als Lektorin, Schreibpädagogin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Neben Beiträgen in Anthologien und Literaturzeitschriften hat sie bisher vier Romane veröffentlicht: Cello, stromabwärts (Drava, 2011), Im Glasturm (Müry Salzmann, 2015), Was Augen hat und Ohren (Otto Müller Verlag, 2019), Arigato (Otto Müller Verlag, 2020).

Das Programm der Feierlichkeiten in Zdislavice bietet außerdem eine Theateraufführung des lokalen Amateurensembles, das zu diesem Anlass ein Stück von Marie von Ebner-Eschenbach einstudiert hat, sowie eine Führung durch eine Poster-Ausstellung über Maria von Ebner-Eschenbach unter der Leitung der Autoren Zuzana und Eugen Brikcius. Zur Besichtigung wird auch die bemerkenswerte klassizistische Gruft der Familie Dubský, die letzte Ruhestätte von Marie von Ebner-Eschenbach, zugänglich gemacht.

Das Programm findet in tschechischer und deutscher Sprache statt und wird gedolmetscht.

Eintrittspreis inklusive Fahrkarte: 150/100 CZK. Reservierungen auf der Webseite GoOut hier.
Im Eintrittspreis ist die Fahrkarte für den Sonderbus Brünn-Zdislavice und zurück inbegriffen. Begrenzte Buskapazität. 

Busabfahrt um 13:00 Uhr vom Janáček-Theater in der Straße Rooseveltova. Rückkehr um ca. 20:30 Uhr ebenda.

Eintrittspreis vor Ort ohne Busfahrkarte: 50 CZK.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Troubky-Zdislavice, dem Verein Czech National Trust, dem Tschechischen Zentrum Wien, dem Deutschen Kulturverein Region Brünn und dem Österreichischen Kulturforum Prag.

13:00–20:00 Zdislavice, Schlosspark

13:00 Uhr – Busabfahrt ab Janáček-Theater, Straße Rooseveltova