Lavutara: Auf den Wegen der Roma-Musiker und ihrer Lieder

Lavutara: Auf den Wegen der Roma-Musiker und ihrer Lieder

17: 00 kommentierte Besichtigung der Ausstellung

Die Ausstellung bietet einen authentischen Blick auf die Musikkultur der Roma aus der Perspektive ihrer Akteure (Musiker, Organisatoren des Musiklebens, Hersteller und Reparateure von Musikinstrumenten und anderer Zeitzeugen) und zugleich die Möglichkeit, den breiteren Gesellschaftskontext kennen zu lernen. Eines der Ausstellungskapitel präsentiert Zusammenhänge des Wendejahres 1989, das einen wichtigen Impuls zur selbstorganisatorischen Aktivität der tschechoslowakischen Roma gab. Ein wichtiger Schritt in dieser Hinsicht war das erste Weltfestival der Roma – ROMFEST 1990 –, veranstaltet im Brünner Areal Mariánské údolí von der Agentur ROMART, einer zweckgebundenen Einrichtung der Partei Romská občanská iniciativa (ROI), die in den Jahren nach 1989 eine wichtige Rolle bei der Artikulation der aktiven Beteiligung der Roma an der politischen Staatsverwaltung spielte. Das einmalige Festival mit einer internationalen Dramaturgie, an welchem hunderte Mitwirkende auftraten, fand unter Anwesenheit der politischen Repräsentanten samt dem damaligen Staatspräsidenten Václav Havel statt.

18:00 Musikprogramm

Traditionelle Musik der Roma in Darbietung von Lukáš Čonka und Roman Horváth sowie der Zimbalkapellen von Milan Horváth und Viliam Oračko. Eine Veranstaltung im Rahmen des Musiksommers im Museum der Roma-Kultur, einer Serie von Konzerten interessanter Ensembles und Persönlichkeiten der Brünner Roma-Musikszene.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Museum der Roma-Kultur statt.

Laco Garaj: Sechzig

Laco Garaj: Sechzig

Vernissage in Anwesenheit des Künstlers

Laco Garaj (*1959) kehrt nach einem Jahr in die Schrott Gallery zurück mit einer Ausstellung, die er sich zu seinem Geburtstag schenkt. Zu sehen ist eine Retrospektive seiner älteren Werke. Wir wählen Zeichnungen und Gouachen im kleineren Format aus, die noch nie ausgestellt wurden. Sie können sich jedoch auch auf großformatige Malereien aus einem Zyklus freuen, der in diesen Monaten in Lacos neuem Atelier am Ufer der Thaya entstehen. Dabei probiert er bisher unübliche Techniken wie die Nutzung von gespritzten Fluoreszenzfarben. Man kann erwarten, dass die diesjährige Kollektion großformatiger Malereien ein neues Schaffenskapitel darstellen wird.  

Laco Garaj absolvierte das Fach Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule Brünn. In den Jahren 1978-80 war er Mitglied der Olmützer Beatnik-Community um Václav Stratil. Hier entstand Lacos Neigung zu Aktionswerken. Eine Wende war 1980 die Ausstellung in Dolní Kounice, die Künstler und Musiker für 24 Stunden ins Gefängnis brachte. Seitdem profilierte sich Laco immer mehr als Antiregime-Künstler. Auch sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Prag kam nicht zustande. Garaj arbeitete als Bauarbeiter oder Heizer im Kesselraum der Burg Spielberg. Seiner Kunst widmete er sich in der Freizeit. Heute ist er vor allem als Maler, Bildhauer und Glasbildkünstler bekannt.

Die Ausstellung kann bis zum 29/6/2019 besucht werden.

Partner der Veranstaltung: Schrott Gallery.

Eröffnung des Festivals Meeting Brno: Vernissage der Ausstellung Brünn befreit!?

Eröffnung des Festivals Meeting Brno: Vernissage der Ausstellung Brünn befreit!?

Im 30. Jubiläumsjahr des Verfalls des kommunistischen Regimes haben wir in Zusammenarbeit mit Post Bellum die audiovisuelle interaktive Ausstellung Brünn befreit!? für Sie vorbereitet.

Am 25. April 1945 traf die Rote Armee in der Brünner Innenstadt ein. Die Hoffnungen auf Wiedererlangung der Freiheit und Demokratie haben sich leider nicht für alle Bewohner der Stadt erfüllt. Deutsche Mitbürger wurden ohne Unterschied vertrieben, viele von ihnen sogar ermordet. Die Nachkriegs-Tschechoslowakei erfreute sich nicht lange ihrer Freiheit. Im Februar 1948 ergriffen die Kommunisten die Macht, und gleich danach kam die Zeit der politischen Prozesse. Einem kurzen Aufatmen im Frühling 1968 wurde vom Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes ein jähes Ende gesetzt. Ein Jahr nach der Besatzung am 21. und 22. August 1969 wurden die Demonstrationen von den tschechoslowakischen Sicherheitskräften brutal erstickt. Trotz der frostigen Stille der Normalisierung wirkte in Brünn eine demokratische Opposition. Im Milieu des Undergrounds entstanden neue Kunstwerke, Samisdat wurde herausgegeben, aus Hochschulen verwiesene Pädagogen organisierten heimliche Seminare und Vorlesungen. Ihre Hoffnung auf Freiheit und Demokratie erfüllte sich erst im November 1989.

Die Ausstellung will keine Urteile, keine Behauptungen fällen. Sie lässt Augenzeugen und direkte Akteure nicht nur dieser Schlüsselereignisse des 20. Jahrhunderts ohne Kommentar sprechen. Alle Geschichten der Zeitzeugen wurden von der Brünner Filiale des Vereins Paměť národa aufgenommen.

Die Ausstellung kann vom 29/5 bis 28/6/2019 auf dem Platz Moravské náměstí am Denkmal der Roten Armee besichtigt werden.

Eintritt frei. Mehr Informationen und Reservierung unter brno-osvobozene.cz.