Zwei Wiederherstellungsprojekte: Villa Arnold und Gedenkstätte in Brněnec

Zwei Wiederherstellungsprojekte: Villa Arnold und Gedenkstätte in Brněnec

Der am längsten funktionierende Brünner Kindergarten im Haus Arnold wurde 2012 infolge statischer Probleme geschlossen und das Haus verfällt seit dieser Zeit allmählich. Das Gebäude wurde unter Denkmalschutz und zugleich auf die Liste der am meisten gefährdeten Denkmäler in Tschechien gestellt. Vor zwei Jahren spielte sich im Rahmen von Meeting Brno eine öffentliche Diskussion über das weitere Schicksal dieses interessanten Gebäudes in enger Nachbarschaft des funktionalistischen Hauses Tugendhat ab. Zurzeit werden Einreichpläne zur Baugenehmigung seitens des Stadtteils Brno-sever fertiggestellt. Studien und Informationen zu diesen Dokumenten werden Miriam Kolářová, Vizebürgermeisterin des Stadtteils Brno-sever, und Petr Hladík, der Erste Vizeprimator der Stadt Brünn, präsentieren. Anwesend sind auch alle, die sich für die Rettung der Villa einsetzen, samt den Vertretern des Vereins Kulturní centrum Josefa Arnolda.

Im zweiten Teil des Abends stellt Daniel Löw-Beer das Projekt einer Gedenkstätte im Areal der ehemaligen Fabrik seiner Familie in Brněnec vor, die im Zweiten Weltkrieg zum Asyl für Juden von der berühmten „Schindlers Liste“ wurde.

Generation „N“: Deutschböhme

Generation „N“: Deutschböhme

Der tschechisch-deutsche Dokumentarfilm Generation „N“: Deutschböhme stellt Schicksale der böhmischen Deutschen dar, gesehen mit den Augen der heutigen Dreißigjährigen. Ihre Lebensgeschichten erzählen vier Zeitzeugen aus dem Sudetenland, von denen zwei nach 1945 in der Tschechoslowakei bleiben mussten und zwei ausgesiedelt wurden. In dem Film begeben sich seine Autorinnen in Begleitung der Zeitzeugen in deren ursprüngliche Heimatorte, wo diese die (verschwundenen) Landschaften interpretieren.

Regie: Veronika Kupková, Olga Komarevtseva (2016, 83 min, tschechisch-deutsche Fassung mit Untertiteln)

Nach der Filmvorführung findet eine Diskussion mit der Filmemacherin Veronika Kupková statt.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Skautský institut statt.

„Kap der guten Hoffnung“:  Konzert mit Ankündigung des Versöhnungsjahres 2020–2021

„Kap der guten Hoffnung“:  Konzert mit Ankündigung des Versöhnungsjahres 2020–2021

Die böhmischen Länder sehen in den nächsten zwei Jahren runden Jubiläen von grundsätzlichen historischen Ereignissen entgegen, die unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten trennen: 600 Jahre seit dem Aufruf zum Kreuzzug gegen die Hussiten, 400 Jahre seit dem Schlacht am Weißen Berg, 400 Jahre seit der Hinrichtung von 27 Standesherren auf dem Altstädter Ring in Prag. Der Sinn des Versöhnungsjahres ist es, diese historischen Meilensteine gemeinsam zu betasten, gegenseitige Vorwürfe und unendliche Aufrechnung der Schuldanteile beiseite zu lassen: „Ein Leid bleibt immer Leid, zu jeder Zeit und unabhängig von wem verursacht.“ (Deklaration zur Versöhnung und einer gemeinsamen Zukunft, Brünn)

Inspiriert von dem Brünner Versöhnungsjahr 2015 und dem Jan-Hus-Wallfahrtsprogramm 2015, „äußern wir den Wunsch, dass sämtliches früheres Unrecht vergeben werden kann und dass wir uns – von der Vergangenheit nicht mehr belastet und in gegenseitiger Zusammenarbeit –einer gemeinsamen Zukunft zuwenden.“

Im Rahmen der Veranstaltung stellen wir die künftige Statue der sel. Maria Restituta (1894 Brno – 1943 Wien) vor.

 

Diskussion mit Militärgeistlichen

Diskussion mit Militärgeistlichen

Wie fühlt es sich an, wenn ein Elternteil zum Auslandseinsatz fährt – beispielsweise nach Afghanistan? Freud und Leid der Soldaten sind Freud und Leid der Militärgeistlichen. Die Basis dafür ist die Beachtung der Freiheit jedes Einzelnen, es handelt sich vor allem um das Zuhören, um Miterleben von persönlichen und beruflichen Freuden und Schwierigkeiten unter Wahrung des persönlichen Geheimnisses. In ihrem Dienst arbeiten die Militärgeistlichen mit Militärpsychologen, Kommandanten und allen anderen zusammen, denen die menschliche Dimension des Lebens von Soldaten und ihren Familien am Herzen liegt.

Zum 20. Jahrestag des NATO-Beitritts.

Gäste:

Tomáš Holub Bischof, Gründer des Militärseelsorgedienstes in den Streitkräften der Tschechischen Republik

Jiří Šedivý Botschafter der Tschechischen Republik bei der NATO

und andere

Parallel dazu findet der KinderworkshopHeldengeschichten“ statt.

Basteln und Aktivitäten für Kinder ab zwei Jahren. Für die Betreuung ist gesorgt.

Geschichte der Bücher „Velké ženy z malé země“ und „Hejno bílých vran“

Geschichte der Bücher „Velké ženy z malé země“ und „Hejno bílých vran“

Lassen Sie sich von Erlebnissen der Frauen und Kinder inspirieren und bereichern, die trotz schwerer Lebenshindernisse nicht kapitulierten und ihr Ziel erreichten. Die Bücher „Velké ženy z malé země“ und „Hejno bílých vran“ sind mit dem Ziel entstanden, Mädchen und Jungen, aber auch Frauen und Männer in der Entwicklung ihres Selbstvertrauens zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass jeder eine Chance hat, auf seinem Lebensweg erfolgreich zu sein.

Gäste:

Renata Mrázová und Denisa Prošková Autorinnen des Buches „Velké ženy z malé země“

Jana Merunková Autorin des Buches „Hejno bílých vran“, Gründerin der gemeinnützigen Gemeinschaft yourchance

Martina Viktorie Kopecká Pfarrerin

sowie weitere Protagonisten der Geschichten

Parallel dazu findet der Kinderworkshop „Geschichten großer Persönlichkeiten“ statt.

Basteln und Aktivitäten für Kinder ab zwei Jahren. Für die Betreuung ist gesorgt.

Donbas – Leben in einem Land, das es auf der politischen Karte nicht gibt

Donbas – Leben in einem Land, das es auf der politischen Karte nicht gibt

Premiere des Reportagekanals Voxpot

Seit dem Kriegsanfang in Donbas sind fünf Jahre verstrichen. Obwohl der bewaffnete Konflikt zwischen den von Russland unterstützten Separatisten und den ukrainischen Streitkräften nach wie vor fortgesetzt wird und immer weitere Opfer fordert, entstehen hinter der Frontlinie allmählich zwei von niemandem anerkannte Staaten, die Volksrepublik Donezk und die Volksrepublik Lugansk. Voxpot begab sich auf die Gebiete, die heute von der Regierung in Kiew nicht mehr kontrolliert werden, um zu erfahren, wie das Leben in einem Land aussieht, das es auf der politischen Karte Europas nicht gibt.

Die Reportage wird von den Voxpot-Reportern Aneta Václavíková und Vojtěch Boháč präsentiert.

Nach der Filmvorführung findet eine Diskussion statt.

Mit anderen Worten: abschließende Diskussion mit sechs Schriftstellern

Mit anderen Worten: abschließende Diskussion mit sechs Schriftstellern

Ein Höhepunkt der Gespräche ist eine gemeinsame Diskussion zur gesellschaftlichen Situation in den postkommunistischen Ländern, zu den Kernproblemen dieser Länder und zu deren Beziehung zum Westen/Osten.

Gäste: Viktor Horváth (HU), Halyna Kruk (UA), Martyna Bunda (PL), Tanja Dückers (DE), Petra Hůlová (CZ), Alexandra Salmela (SK)

Moderation: Petr Vizina – Journalist und Kulturkommentator, Leiter der Redaktion für Kulturnachrichten im Tschechischen Fernsehen

Film:  Iluze (Illusion)

Film:  Iluze (Illusion)

In einer originellen Auffassung des Films als Computerspiel präsentiert die Filmemacherin ihre persönliche Reportage aus Budapest, wo sie ein Jahr beim Studienaufenthalt verbrachte. Der Zuschauer wird zum passiven Spielteilnehmer gemacht, er passiert mehrere Levels, die ihn zu alltäglichen Momenten und wunden Stellen der heutigen ungarischen Gesellschaft führen: Er sieht die Hauptstadt mit den Augen eines Touristen, meistens ist er jedoch gezwungen, aus dem Blickwinkel der ungarischen Bevölkerung die Freiheit der Kunst, das Recht auf Ausbildung, die Problematik der medizinischen Fürsorge und in einem umfassenden Maßstab die diskutable politische Situation zu betrachten, wobei der Name des ungarischen Premierministers Viktor Orbán immer wieder erwähnt wird.

Regie: Kateřina Turečková (2018, 60 Minuten, tschechische und englische Untertitel)

Nach der Filmvorführung findet eine Diskussion mit der Filmemacherin Kateřina Turečková statt.

Dissens in Brünn

Dissens in Brünn

Eine Diskussion über den Dissens in Brünn stellt Spezifika des örtlichen Milieus im Vergleich mit Prag und anderen Städten, seine Vielfältigkeit von Meinungen, Inhalten und Formen dar – den linken Flügel, die Untergrundkirche und Untergrunduniversität sowie Berührungspunkte mit den offiziellen Strukturen. Die Diskussion befasst sich auch mit der zentralen Figur von Jaroslav Šabata. Ein besonderes Thema ist zweifellos der Brünner Samisdat und seine vielen Formen und Provenienzen. Spannend ist auch die Art der Kommunikation, wie die Übermittlung von Informationen, die Einberufung von Besprechungen, die Verbreitung von Nachrichten, die Verbindung zwischen Prag und Brünn in einer Zeit ohne Computer und Internet funktionierte, wie der Samisdat erzeugt wurde, wo und wie sich die Dissidenten trafen. Wichtig sind auch die  Meinungen der Diskutierenden zur Entwicklung nach 1989.

Es diskutieren:

Anna Šabatová – Unterzeichnerin der Charta 77 und Mitbegründerin von VONS, Tochter Jaroslav Šabatas, heute tschechische Ombudsfrau

Milan Uhde – Unterzeichner der Charta 77, Dramatiker, Publizist, Politiker, nach 1989 u.a. Kulturminister und Präsident des tschechischen Parlaments

Petr Pospíchal – Unterzeichner der Charta 77 und politischer Gefangener, nach 1989 u.a. Angestellter im Büro des Staatspräsidenten Václav Havel und Botschafter in Bulgarien

Petr Fiala – vor 1989 als Student Teilnehmer der Untergrunduniversität und -kirche, nach 1989 Mitbegründer des Lehrstuhls für Politologie in Brünn und Rektor der Masaryk-Universität, heute Parteivorsitzender der ODS

Petr Oslzlý – Mitveranstalter geheimer Wohnungsseminare der Untergrunduniversität, 1989 einer der Organisatoren des November-Theaterstreiks, heute Rektor der Janáček-Kunstakademie

Jan Kratochvil – Unterzeichner der Charta 77, nach 1989 Gründer und Inhaber eines privaten Museums des tschechischen und slowakischen Exils in Brünn

Partner der Veranstaltung: Schrott Gallery.

Österreich und der tschechoslowakische Dissens

Österreich und der tschechoslowakische Dissens

Der Prager Frühling brachte dem tschechischen Volk eine bisher ungeahnte Sympathie-Welle in der österreichischen Öffentlichkeit. Diese positive Grundstimmung wirkte auch während der „Normalisierung“ in der Tschechoslowakei weiter und führte zu einer Vielzahl von Hilfeleistungen für die tschechoslowakische Opposition. Georg Breuer, der im Zuge des „Normalisierungsprozesses“ von der österreichischen KPÖ ausgeschlossen wurde, organisierte ein „ČSSR-Solidaritätskomitee“, der damalige Direktor des Wiener Burgtheaters Achim Benning ließ Stücke von Václav Havel und Pavel Kohout spielen, der sozialdemokratische Bundeskanzler Bruno Kreisky organisierte unter der Leitung von Přemysl Janýr sen. Unterstützungsmaßnahmen für etwa 400 emigrierte Unterzeichner der Charta 77. Aber auch die katholische Kirche war aktiv, etwa in Form von Lieferungen von Schriften und Medikamenten an den Prager Kardinal František Tomášek, Unterschriftenaktionen für verfolgte Katholiken u. Ä. Auf der Seite der Österreichischen Volkspartei engagierte sich Erhard Busek, der gemeinsam mit Emil Brix bürgerliche und katholische Dissidenten unterstützte. Der ÖVP-Bundesobmann Alois Mock, nach 1986 Außenminister, traf bei jedem Besuch im „Ostblock“ auch Oppositionelle.

Es diskutieren:

Přemysl Janýr jun. – Charta 77-Signatar, später in Österreich, Publizist (A/CZ)

Karel Schwarzenberg – Politiker, ehem. tschechischer Außenminister, vor 1989 in Österreich lebend, Unterstützer tschechoslowakischer Dissidenten (CZ)

Emil Brix – Diplomat, Historiker und Publizist, Direktor der Diplomatischen Akademie in Wien, vor 1989 aktiver Unterstützer tschechischer Dissidenten (A)

Niklas Perzi – Historiker, Zentrum für Migrationsforschung in St. Pölten, Mitherausgeber des Buches „Nachbarn. Ein österreichisch-tschechisches Geschichtsbuch“ (A)

Moderation: Mojmír Jeřábek – Direktor des Tschechischen Zentrums in Wien (CZ)

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Migrationsforschung (ZMF) in St. Pölten (A) statt.

Die Diskussion wird auf Deutsch geführt und gedolmetscht.