Autorenlesung:  Alexandra Salmela (SK)

Autorenlesung:  Alexandra Salmela (SK)

Die auf Slowakisch und Finnisch schreibende Schriftstellerin, geboren 1980 in Bratislava, studierte Dramaturgie an der Hochschule für musische Künste sowie Finnisch und finnische Literatur an der Karls-Universität in Prag. Heute lebt sie in Tampere. Ihren Romanerstling 27 aneb Smrt vás proslaví (dt. 27 oder Der Tod macht den Künstler) hat sie auf Finnisch geschrieben und das Buch wurde 2010 für das beste finnische Debüt erklärt. Danach folgte Antihrdina, eine umfangreiche, futuristisch gestimmte Romanfreske, für welche die Autorin im vorigen Jahr für den prestigeträchtigen slowakischen Preis „Anasoft litera“ nominiert wurde. „Fast jede Seite bringt eine Überraschung“, meint die Kritikerin Gabriela Rakúsová. Alexandra Salmela ist auch Autorin von vielen Gedichten, Bühnenstücken und einigen Kinderbüchern: Mimi a Líza, Žirafia mama a iné príšery, Princezná opica, Lodníci na Mississippi und Severnejšie ako na sever. Sie hält sich an das Motto: „Wenn du verstanden werden willst, sei nicht ironisch.“

Autorenlesung: Petra Hůlová (CZ)

Autorenlesung: Petra Hůlová (CZ)

Die tschechische Schriftstellerin, geboren 1979 in Prag, studierte Mongolistik und Kulturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität. Sie ist Autorin von neun Prosabüchern. Sie debütierte mit dem Titel Paměť mojí babičce (dt. Kurzer Abriss meines Lebens in der mongolischen Steppe) und schrieb eine autobiografische Novelle Macocha (2014). Darüber sagt sie: „Diesmal will ich nicht schon wieder über jemanden schreiben, mit dem ich in der Wirklichkeit relativ wenig gemeinsam habe. Es war gewissermaßen auch ein Adrenalinerlebnis: Wie nahe an mich selbst kann ich mich als Autorin heranlassen. Ob ich zu mir selber so erbarmungslos sein kann, als ob ich nur eine literarische Gestalt wäre.“ In ihrer letzten Prosa Stručné dějiny hnutí stellt sie eine Zukunft vor, in der ein totalisierendes, von Frauen gegründetes und geleitetes System herrscht, dessen Ziel es ist, die Männer von den letzten Resten der natürlichen Sexualität zu befreien.

 

Autorenlesung: Tanja Dückers (DE)

Autorenlesung: Tanja Dückers (DE)

Die deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin und Publizistin ist 1968 in West-Berlin geboren und studierte Amerikanistik, Germanistik und Kunstgeschichte. Sie hat an die zwanzig Bücher herausgegeben, schreibt Prosa, Poesie, Kinderbücher, Essays, Theater- und Hörspiele, ihre Texte erscheinen regelmäßig auf den Seiten prominenter und alternativer deutscher Periodika. Außerdem gründete sie gemeinsam mit dem Berliner Chocolatier Christoph Wohlfarth die Schokoladenmarke PREUSSISCH süß. In der tschechischen Übersetzung erschienen ihre Romane Spielzone (Zóna Berlín) und Der längste Tag des Jahres (Nejdelší den v roce). Mit ihren Werken weist sie hauptsächlich auf versteckte Probleme der heutigen deutschen Gesellschaft hin, seien es Sozialfragen oder die Beziehung zur Vergangenheit. Über sich selbst sagt sie: „Ich bin keine hundertprozentige Wessi-Tussi, bin doch aus Berlin, und das ist eine Welt für sich.“

Autorenlesung: Martyna Bunda (PL)

Autorenlesung: Martyna Bunda (PL)

Die polnische bzw. kaschubische Journalistin und Schriftstellerin ist 1975 in Danzig geboren. An der Universität in Warschau studierte sie Sozialpolitik, und seit ihrem 18. Lebensjahr ist sie als Journalistin tätig. Lange Jahre hat sie für die Wochenzeitung „Polityka“ gearbeitet, zweimal wurde sie für den prestigeträchtigen polnischen Journalistenpreis „Grand Press“ nominiert. Ihre Debütprosa Nieczułość (dt. Das Glück der kalten Jahre) aus dem Jahre 2017 machte sie zu einem Star. „Es ist eine exzellente, reife und aufregende Frauensaga. Es ist auch eine Geschichte über Krieg, Opfer, Liebe, Freundschaft, Verrat und Treue. Schwer zu glauben, dass es ein Debüt ist!“, schrieb die Kritikerin Beata Igielska. Die Autorin selbst bemerkte: „Es ist die Zeit gekommen, uns mit den Erfahrungen zu befassen, die Jahrzehnte lang unsere Familien plagten. Die Generation unserer Großeltern erlebte die Grausamkeit des Krieges. Ihre Kinder, unsere Eltern, waren durch das Erzählen oder – noch schlimmer – durch das Schweigen ihrer Eltern den Ereignissen stets zu nahe, um mit der Vergangenheit brechen zu können.“

Autorenlesung: Halyna Kruk (UA)

Autorenlesung: Halyna Kruk (UA)

Die ukrainische Lyrikerin und Übersetzerin ist 1974 in Lwiw geboren, an der dortigen Universität studierte sie Literatur und heute unterrichtet sie dieses Fach an ihrer Alma Mater. Sie ist Autorin von fünf Poesiebüchern (u.a. Wanderung auf der Suche nach einem Haus, Spuren im Sand, Gesicht außerhalb des Fotowinkels) und vielen Übersetzungen aus dem Weißrussischen, Russischen und Polnischen (u.a. Wisława Szymborska und Stanisław Lem). Als Literaturhistorikerin widmet sie sich den Folkloregenres des ukrainischen Barock. In ihrer Dichtung knüpft sie an die Tradition des Feminismus und der ukrainischen Frauenpoesie an: „Oh, Sylvia, warum muss die Frau für ihre Freiheit mehr zahlen als Amerika?“, spricht sie in einem Vers Sylvia Plath an. Sie schreibt auch Bücher für und über Kinder, so beispielsweise einen Beitrag in der Anthologie Mama auf Skype, die den Kindern gewidmet ist, deren Eltern im Ausland leben und arbeiten.

Autorenlesung: Viktor Horváth (HU)

Autorenlesung: Viktor Horváth (HU)

Der ungarische Schriftsteller und Übersetzer verbringt mehrere Wochen in Brünn in der Festival-Künstlerresidenz. Lernen Sie den Autor und sein Werk kennen, hören Sie seine Eindrücke von Brünn sowie seine Erfahrungen aus dem Leben eines Schriftstellers in Ungarn. Viktor Horváth ist 1962 in Pécs geboren und unterrichtet dort an der Universität. Neben zahlreichen Gedichten, Erzählungen und Essays hat er auch mehrere Romane geschrieben, von denen zwei in tschechischer Übersetzung erschienen: Török tükör (Turecké zrcadlo) und Tankom (Můj tank), wo der Autor durch tragikomische Abenteuer eines „Forrest Gump des Ostblocks“ Ereignisse des Jahres 1968 bis hin zum Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei beschreibt. „Ich hatte die Absicht, ein Buch über den Einmarsch zu schreiben, aber das erste Motiv war persönlich. Eine große Rolle spielte die Nostalgie meiner Kindheit, ich wollte meine Wurzeln kenntlich machen und alles zugleich mit meiner heutigen Persönlichkeit verbinden. Es war mir wichtig, meine Kindheit samt der psychologischen Seite und dem Erleben des Zeitkontextes zu rekonstruieren. Und dabei fielen mir die Ähnlichkeiten zwischen der gegenwärtigen ungarischen Situation und der damaligen Zeit ein“, bemerkt der Autor zum Roman. Das Buch Tankom wurde für den Preis Magnesia Litera 2019 in der Kategorie Übersetzte Literatur nominiert.